Anke Dierl gelingt der große Wurf

Sandersdorf (DK) So etwas nennt man wohl „von Null auf Hundert“: Anke Dierl wurde heuer Vereinsmeisterin 2008 beim Boccia-Club Sandersdorf. Bei der Premiere im Vorjahr war sie noch auf dem letzten Platz gelandet. Teamsieger wurden der Vereinsvorsitzende Adolf Kargl und Josef Schneider.

Bild: Von Null auf Hundert: Anke Dierl, hier beim letzten Wurf, der ihr den Titel brachte, wurde Boccia-Meisterin des FC Sandersdorf.
Die zweite Vereinsmeisterschaft der jungen Abteilung dokumentierte nachhaltig die Beliebtheit dieser neuesten Sparte des FC Sandersdorf. Eine Größe bei dem Turnier war auch Reinhard Wanura, der nur ganz knapp geschlagen Vizemeister wurde. Den Doppeltitel zusammen mit Josef Schneider gönnte Adolf Kargl jeder von Herzen. Denn der Abteilungsleiter ist zweifelsohne der König des örtlichen Boccia-Vereins, dessen Mitglieder-Aufnahmekapazität mit 25 Personen schon seit kurz nach der Gründung auch derzeit noch ausgeschöpft ist. Nur wenn Wettkämpfe anstehen, wird der Sandersdorfer Boccia-Boss unerklärlich nervös. Diesmal lag er aber auch im Einzel toll im Rennen, warf aber mit seiner letzten Kugel eine ebenfalls gut platzierte Kugel vom Ziel.

Einheits-T-Shirts

Bei der Meisterschaft wurde genau gemessen, Anke Dierl hielt alles schriftlich fest und wertete auch die Ergebnisse aus. Übrigens waren alle in den einheitlichen Club-T-Shirts gekommen. Offenbar ist der Boccia-Club Sandersdorf eine richtig verschworene Gemeinschaft, bei der auch die Gemütlichkeit nicht zu kurz kommt. Zum Dank für seine Arbeit überreichte Anke Dierl an Kargl eine Miniaturausgabe der Sandersdorfer Boccia-Bahn mitsamt Ruhezone, die sie selber gebastelt hatte. Alles fein säuberlich bis ins Detail gefertigt, sogar Getränkeflaschen auf dem Tisch fehlten nicht.

Bei der Einzelmeisterschaft hatte jeder Spieler fünf Würfe, wobei die besten vier Würfe gewertet wurden. Die vier kürzesten Abstände von der Kugel zur so genannten Maus, der kleinen roten Zielkugel, wurden addiert. Gemessen wurde vom jeweiligen Kugelrand bis zur Mausmitte. Die Maus ist die Markierung, die von Haus aus in der Bahn liegt und der die Spieler mit den Würfen so nahe wie nur möglich kommen müssen.

Siegerin und somit Vereinsmeisterin wurde Anke Dierl, die im Vorjahr noch das Schlusslicht bildete, mit 61,4 Zentimetern. Nur ganze sechs Millimeter dahinter folge Reinhard Wanura. Beide hatten mit jeweils 1,6 Zentimeter Abstand zur Maus auch die besten Würfe – dafür musste die Kugel schon beinahe direkt an der Maus anstehen. Auf dem dritten Platz landete Boccia-Boss Adolf Kargl mit 78,2 Zentimeter vor Georg Baehr (92,7) und Hans Eichhammer (95,4). Titelverteidiger Walter Schmid, dem im Vorjahr 72,4 Zentimeter zum Sieg reichten, trat wegen Urlaubs heuer nicht an.

Bei der Doppelmeisterschaft wurden die Paarungen ausgelost. Es gab drei Runden, drei Doppel blieben in der Finalrunde übrig. Hier erfolgte eine Punktewertung. Mit zehn Punk-ten gewannen Adolf Kargl/Josef Schneider diese Disziplin vor Bruno Spragalla/Bernhard Pfeffer (acht Punkte in der Finalrunde) sowie Philipp Halbritter und May Neumayer.

„Extrem-Sportart“

Die Siegerehrung nahm der Marktrat Günther Seitz (CSU/PW) vor, der selbst mitgespielt hatte. Er verwies auf die Beliebtheit des Boccia-Sports beim Sandersdorfer Club: „Wie diese Sportart in der Spitze betrieben wird, kann es schon als Extrem-Sportart bezeichnet werden.“ An den Trainingstagen ist die Anlage stets so gut wie ausgebucht.

Von Hans Binder

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